Telekom-Chef Timotheus Höttges zeigt auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens den Smart Beam Laser, einen mobilen Projektor.
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Telekom-Chef Timotheus Höttges zeigt auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens den Smart Beam Laser, einen mobilen Projektor.

Dividende steigt

Telekom will wieder mitkicken

Die Telekom blickt auf ein gutes Geschäftsjahr 2015 zurück und sieht sich auch 2016 auf Kurs. Doch der Erfolg hängt zunehmend an der Entwicklung in den USA. Bei der Vergabe der Fernsehrechte für die Fußball-Bundesliga wollen die Bonner wieder mitmischen.

Von PETER MAUSHAGEN (RTR)

Die Deutsche Telekom will bei der anstehenden Milliarden-Auktion der Bundesliga-Übertragungsrechte mitmischen. „Wir wollen uns registrieren lassen“, betonte Telekom-Vorstandschef Tim Höttges in Bonn. Mehr könne er derzeit nicht sagen, da die Planungen für die Versteigerung der Fußball-Rechte noch liefen. Der größte europäische Telekom-Konzern geht damit auf Konfrontationskurs zu Sky. Der Bezahlfernsehsender hatte die Telekom vor vier Jahren überboten und sich die alleinigen Live-Rechte für die Fußball-Bundesliga gesichert. Davor hatten die Bonner die Spiele der Top-Liga in ihrem Fernsehdienst Entertain ausgestrahlt.

Das wieder aufgeflammte Interesse der Telekom kommt nicht von ungefähr, da sie bald ihr eigenes Fernsehangebot Entertain aufpolieren will. Die Vorbereitung für den Milliarden-Poker um die TV-Lizenzen für die Bundesliga-Spiele ab der Saison 2017/2018 laufen auf Hochtouren. Erwartet wird, dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) im April die Eckpunkte der Auktion veröffentlicht. Absehbar ist nach Aussagen der Kartellbehörde, dass die begehrten Live-Rechte nicht mehr nur an einen Bieter gehen werden. Experten zufolge ist das eine Einladung an die Telekom. Sky-Chef Carsten Schmidt gibt sich zuversichtlich und betont, dass die Firma alles dafür tue, weiterhin starker Partner der Bundesliga zu bleiben. Unterdessen hat Pro-SiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling erklärt, kein Geld für teure Fußballrechte ausgeben zu wollen.

Gut gefüllte Kasse

Die Telekom könnte das Wettbieten anheizen, da sie dank der Geschäftserfolge der amerikanischen Tochter T-Mobile US auf gut gefüllter Kasse sitzt. Unter dem Strich verdiente der Konzern voriges Jahr mit 3,3 Milliarden Euro elf Prozent mehr. Der Umsatz kletterte ebenfalls um elf Prozent auf 69 Milliarden Euro. Die Telekom wächst damit so schnell wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr. Der vor zwei Jahren angetretene Höttges setzte vor allem auf den Ausbau des lange Zeit schwächelnden US-Geschäfts und der Mobilfunk- und Datennetze in Europa.

An dem Erfolg sollen auch die Aktionäre teilhaben: Für 2015 soll eine Gewinnbeteiligung von 55 Cent je Aktie ausgeschüttet werden nach 50 Cent im Jahr zuvor. Das freut den Bund, der mit 32 Prozent größter Aktionär des früheren Staatsunternehmens ist.

In den nächsten Jahren sollen die Ausschüttungen entsprechend des Anstieg der liquiden Mittel (Free Cash Flow) wachsen. Für dieses Jahr erwartet die Telekom eine Steigerung des Free Cash Flow um acht Prozent auf 4,9 Milliarden Euro.

Netze werden ausgebaut

Das bereinigte operative Ergebnis solle 2016 bei konstanten Wechselkursen 21,2 Milliarden Euro erreichen. Die Gewinnprognose wäre noch höher ausgefallen, doch entschied sich die Telekom, die Investitionen um 14 Prozent auf elf Milliarden Euro nach oben zu schrauben. Mit dem Geld sollen in erster Linie die Netze in Deutschland und in den USA aufgerüstet werden. In Amerika geht es den Deutschen vor allem darum, die Datengeschwindigkeiten zu erhöhen.

T-Mobile US hat sich nach Milliarden-Investitionen zur Wachstumslokomotive entwickelt. Dank zahlreicher neuer Kunden schoss der operative Gewinn von T-Mobile US voriges Jahr um 55 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro in die Höhe. Doch werden die Geschäfte dort schwieriger, da nächsten Monat die Versteigerung von Funkfrequenzen ansteht. Ein Manager von T-Mobile hatte vor Monaten gesagt, dass sie dafür zehn Milliarden Dollar auf den Tisch legen könnten.

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