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Ein Mann hält ein iPhone X in der Hand. Das Smartphone ist ein wichtiger Umsatzbringer für Apple.

Technologie

Teure iPhones lassen Apple jubeln

Apples iPhone X verkauft sich zwar nicht so gut, lässt aber bei einem Preis von über 1000 Dollar die Kassen klingeln. Doch auch andere Sparten tragen zum Gewinnsprung im Unternehmen bei.

Apple trumpft mit seinen Luxus-iPhones auf. Trotz nahezu stagnierender Verkaufszahlen gelang dem wertvollsten Technologiekonzern der Welt ein Gewinnsprung von 32 Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar im abgelaufenen Quartal. Dazu trugen auch sprudelnde Einnahmen aus App-Verkäufen, dem Musikdienst Apple Music und dem Cloud-Geschäft bei.

Einen Wermutstropfen gab es allerdings: Der chinesische Konkurrent Huawei überholte Apple in der Rangliste der weltgrößten Smartphone-Hersteller. Mit 54 Millionen in den Monaten April bis Juni verkauften Geräten belegt Huawei nun Platz zwei hinter Branchenprimus Samsung. Apple muss sich mit rund 41 Millionen verkauften iPhones mit der Bronzemedaille begnügen.

Die Zwischenbilanz des Unternehmens aus Cupertino ist die letzte im Reigen der US-Technologiegrößen. Nachdem Anzeichen für ein langsameres Wachstum Facebook, Twitter und Netflix zuletzt unter Druck gesetzt und Anleger das Weite gesucht hatten, sorgten die Quartalszahlen von Apple für Erleichterung. Die Aktie stieg an der Wall Street nachbörslich um 3,7 Prozent und markierte mit 197,34 Dollar ein Rekordhoch. Auch in Frankfurt ging es am Mittwochmorgen mehr als drei Prozent nach oben. Sollte der Anteilsschein die Marke von 206,49 Dollar überschreiten, wäre Apple der erste US-Konzern, der mehr als eine Billion Dollar wert ist.

Im Gegensatz zu Marktführer Samsung Electronics ist Apple zuversichtlich und geht für das Herbst-Quartal von einem Umsatz zwischen 60 und 62 Milliarden Dollar aus. Das liegt deutlich über den Erwartungen der Analysten. Im abgelaufenen Quartal kletterten die Erlöse – auch wegen eines deutlichen Zuwachses im wichtigen chinesischen Markt – um 17 Prozent auf 53,3 Milliarden Dollar.

Die Steigerung lässt sich darauf zurückführen, dass Apple-Kunden vor allem bei den besonders teuren Modellen iPhone 8 und dem Luxusmodell iPhone X fleißig zugriffen. Der durchschnittlich für ein iPhone gezahlte Preis kletterte im abgelaufenen Quartal laut dem Marktbeobachter FactSet auf 724 Dollar, was die Experten überraschte. „Apple hat beim iPhone X gelernt, dass man von einem über 1000 Dollar teuren Smartphone weniger Geräte verkaufen kann und finanziell trotzdem gut bei weg kommt“, sagte Analyst Thomas Forte vom Finanzdienstleister D.A. Davidson & Co.

Apple versucht seit vielen Quartalen, seine Abhängigkeit von den iPhones zu reduzieren, die für mehr als die Hälfte der Erlöse stehen. Da immer mehr Menschen auf der Welt ein Universal-Gerät in der Tasche haben, verlangsamt sich das Wachstum im Smartphone-Markt, was zuletzt vor allem Samsung Electronics zu spüren bekam. Die Südkoreaner hatten am Dienstag einen Gewinneinbruch von mehr als einem Drittel im Smartphone-Geschäft berichtet.

Um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen, hat Apple die Produktvielfalt mit der Computer-Uhr Watch und den AirPod-Kopfhörern erhöht. Der Umsatz in der Sparte „Wearables“ sei um 60 Prozent geklettert, sagte Finanzchef Luca Maestri. Zudem sorgen Dienstleistungen wie Apple Music und das Cloud-Angebot für immer höhere und stetig wiederkehrende Erlöse. In diesen Bereichen ist die Konkurrenz durch Spotify und Amazon zwar groß. Apple könne allerdings stetig Kunden gewinnen, weil es ein einheitliches System anbiete, in dem alles miteinander harmoniere, beschrieb Gartner-Expertin Annette Zimmermann die Vorteile. Firmenchef Tim Cook zufolge nutzen derzeit mehr als 50 Millionen Menschen Apple Music, während Spotify auf 83 Millionen Nutzer kommt.

Künftig will der Konzern auch noch stärker auf Videos setzen und noch in diesem Jahr den Bezahldienst Apple Pay nach Deutschland bringen. Darüber war lange spekuliert worden. Comdirect-Chef Arno Walter sagte dazu: „Wenn das alles normal funktioniert, gehe ich davon aus, dass wir mit dabei sind.“

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