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„Apokalyptische Lebensmittelpreise“ - Britischer Notenbank-Chef schlägt Alarm

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Kühltheke im Supermarkt mit Preisschildern.
Die Preise im Supermarkt steigen - und ein Ende ist nicht in Sicht. © Frank Hoermann/Imago Images

Die Preise für Lebensmittel sind in den vergangenen Wochen stark gestiegen - doch ein Ende ist bislang nicht in Sicht - im Gegenteil.

London - Der Ukraine-Krieg hat schon jetzt massive Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise in Deutschland und der EU. Besonders spürbar war die Teuerung bei Speiseölen. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes muss man hierfür mittlerweile 36,7 Prozent mehr bezahlen, als noch im Jahr zuvor. Doch es könnte noch schlimmer werden.

Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen das wichtige Agrarland hat der britische Zentralbankchef Andrew Bailey jetzt vor „apokalyptischen“ Preissteigerungen bei Lebensmitteln gewarnt. Die Ukraine habe zwar ausreichend Vorräte, aber könne die Waren nicht exportieren, sagte Bailey einem Parlamentsausschuss in London.

Ukraine-News: Lebensmittelpreise vor weiterem Anstieg

„Es ist eine große Sorge für dieses Land und eine große Sorge für die Entwicklungsländer“, sagte der Chef der Bank of England britischen Medien vom Dienstag zufolge. „Tut mir leid, dass ich apokalyptisch bin, aber das ist ein großes Problem.“

Im März waren die Lebensmittelpreise in Großbritannien bereits um 5,9 Prozent gestiegen. In Deutschland lag die Inflationsrate im April bei satten 7,4 Prozent. Die Preissteigerung bei Lebensmitteln lag sogar bei 8,6 Prozent. Volkswirte erwarten, dass der Anstieg noch zulegt. Die Ukraine ist vor allem als Exporteur von Weizen und Produzent von Sonnenblumenöl wichtig.

Ukraine-News: Bank-of-England-Chef warnt vor „Reallohnschock“

Bailey warnte, steigende Energie- und Lebensmittelpreise würden die Inflation noch weiter anheizen und zugleich einen „sehr großen Reallohnschock“ auslösen. Letztlich werde sich die Arbeitslosigkeit wieder erhöhen. Die Inflation war in Großbritannien zuletzt auf 7 Prozent geklettert, die Bank of England rechnet damit, dass die Verbraucherpreise in diesem Jahr um bis zu 10,25 Prozent steigen. Wegen der steigenden Preise vor allem für Lebensmittel und Energie könnten Experten zufolge Millionen Menschen im Land in Armut und Verschuldung abrutschen.

Die Zentralbank hätte nicht anders handeln können, versicherte Bailey. „Wir können Dinge wie Kriege nicht vorhersagen, das steht in niemandes Macht.“ Auf die Frage, ob er sich hilflos fühle, etwas gegen die steigende Inflation zu tun, sagte Bailey: „Ja.“ Der Notenbankchef forderte Arbeitnehmer - vor allem mit höheren Einkommen - auf, sie sollten „überlegen und reflektieren“, bevor sie Lohnerhöhungen forderten und die Inflation weiter anheizen könnten. (dpa/ph)

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