Pandemie

Corona: Schutz durch FFP2-Masken im Freien - Experten äußern sich kritisch

Die Corona-Maske ist zum alltäglichen Begleiter geworden. Doch ist es überhaupt sinnvoll, auch im Freien eine FFP2-Maske zu tragen?

  • Vielerorts muss in Zeiten von Corona* eine Maske getragen werden.
  • Einige tragen eine FFP2-Maske zum Schutz vor einer Erkrankung an Covid-19 auch beim Spazieren.
  • Doch ist das sinnvoll? Ein Aerosol-Forscher spricht über die Faktenlage.

Kassel - Kontaktbeschränkungen, geschlossene Restaurants und Geschäfte: Noch immer befindet sich die Welt im Ausnahmezustand. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie muss teilweise an öffentlichen Orten oder gar in ganzen Innenstädten eine Maske getragen werden. In Supermärkten und im öffentlichen Nahverkehr ist sogar das Tragen einer OP- oder FFP2-Maske Pflicht.

Einige tragen zum Schutz vor einer Infektion auch beim Spazierengehen eine Mund-Nasen-Bedeckung. Gerade jetzt, wo das Wetter in Deutschland* wieder besser wird, zieht es viele an die frische Luft. Doch wie sinnvoll ist es, draußen eine FFP2-Maske zu tragen?

Corona-Pandemie in Deutschland: Im Freien „so gut wie keine Infektionen“

Experten sind sich in dieser Sache einig: Die Ansteckungsgefahr im Freien ist deutlich geringer, als in geschlossenen Räumen. Die Aerosol-Wolke, die beim Ausatmen entsteht und Coronaviren enthalten kann, verdünnt sich schnell an der frischen Luft. Das geht aus einem Positionspapier der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) hervor. „Im Freien finden so gut wie keine Infektionen durch Aerosolpartikel statt“, heißt es.

Inmitten der Corona-Pandemie tragen viele Menschen auch im Freien eine FFP2-Maske. Doch wie sinnvoll ist das wirklich? (Symbolbild)

Auch Gerhard Scheuch hält eine kurze Begegnung mit anderen an der frischen Luft für unbedenklich. Scheuch ist ehemaliger Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin. Gegenüber n-tv.de erklärt der Physiker, dass die Menge an Aerosolen nicht für eine Corona-Infektion ausreichen würde.

Corona in Deutschland: FFP2-Masken müssen in geschlossenen Räumen getragen werden

Dem Experten zufolge spiele sich die Übertragung des Coronavirus vor allen in geschlossenen Räumen ab, die Corona-Ansteckungsgefahr im Freien schätzt er als nicht hoch ein, wie auch merkur.de* berichtet. „Es ist ein Innenraum-Problem, weil sich die Menschen in Innenräumen anstecken“, erklärt der Experte. Laut GAeF ist allerdings dann Vorsicht geboten, wenn bei Menschenansammlungen kein Mindestabstand eingehalten wird und/oder keine Masken getragen werden.

„Im Außenbereich kann nur dann etwas passieren, wenn Sie sehr lange sehr eng mit einer Person zusammenstehen, sich direkt gegenüberstehen und unterhalten“, so der Aerosol-Experte Scheuch. Dann sei das Tragen einer Maske sinnvoll. „Aber ansonsten ist die Ansteckungsgefahr im Freien null.“ Die Wahrscheinlichkeit, sich im Freien mit Sars-CoV-2 zu infizieren, ist also denkbar gering. Scheuch hält Joggen, Laufen, Wandern und Spaziergänge für „absolut ungefährlich“.

Coronavirus in Deutschland: FFP2-Maske nicht zu lange tragen

Corona-Pandemie
KrankheitCovid-19
ErregerSars-CoV-2
Erklärung zur Pandemie11. März 2020

Wer seine FFP2-Maske zu länge trägt, mindert die Schutzwirkung. Das passiert durch die feuchte Luft beim Ausatmen. „Eine durchfeuchtete Maske sollte abgenommen und gewechselt werden“, teilt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte mit.

Grundsätzlich gelten die Corona-Masken als Einwegprodukt. Mit einigen Tipps kann die FFP2-Maske allerdings auch mehrfach verwendet werden. Experten der Fachhochschule Münster zufolge sogar bis zu fünfmal. (Karolin Schaefer) *hna.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Kira Hofmann/dpa

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