Philip Morris will in Großbritannien keine Marlboro-Zigaretten mehr verkaufen.
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Philip Morris will in Großbritannien keine Marlboro-Zigaretten mehr verkaufen.

Großbritannien

Marlboro vor dem Aus: Philip Morris will Zigaretten-Verkauf in Großbritannien stoppen

  • VonSebastian Schmidt
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Das dürfte viele Raucher ärgern: Philip Morris will sich in Großbritannien neu aufstellen, die bekannteste Zigarettenmarke des Konzern steht dort vor dem Aus: Marlboro.

London – Diese Nachricht hätte den Cowboy sicher aus dem Sattel geworfen: Philip Morris will in Großbritannien aus dem Zigarettengeschäft aussteigen. Die bekannteste Marke des Unternehmens ist Marlboro, die mit dem „Marlboro-Mann“, der in der Prärie dem Sonnenuntergang entgegen reitet, eine ikonische Werbefigur geschaffen hat. Für den Ausstieg gibt es sogar schon ein konkretes Zeitfenster: Innerhalb der nächsten zehn Jahre will Philip Morris aufhören, auf der Insel Zigaretten zu verkaufen. Das hat Jacek Olczak, der Vorstandsvorsitzende von Philip Morris International, gegenüber der Zeitung Dailymail verkündet.

Das Ende von Marlboro in Großbritannien: E-Zigaretten und Tabakerhitzer

Seit über 100 Jahren schon stehen laut Dailymail Marlboro-Zigaretten in britischen Verkaufsregalen. Diese Ära soll nun aber enden. Wie Olczak erklärt, steht das „traditionelle Rauchen“ vor dem Aus: „Ich will dieser Firma erlauben, Rauchen hinter sich zu lassen.“ Das heißt aber nicht, dass Philip Morris sich ganz aus dem angestammten Geschäftsfeld zurückziehen wird. Zwar sagt der Vorstandsvorsitzende, dass mit dem Rauchen aufzuhören, die erste Wahl sein sollte.

Die zweite Wahl wäre es, auf „bessere Alternativen“ umzusteigen. Damit meint er laut Dailymail E-Zigaretten oder Tabakerhitzer. Medienberichten zufolge will der Konzern große Teile seines Umsatzes zukünftig außerdem mit Nichtraucherprodukten erzielen. Propagiertes Ziel sei es, sich in ein „Gesundheits- und Wellness-Unternehmen“ zu verwandeln.

Das Ende von Marlboro: Großbritannien rauchfrei bis 2030

Mit dem Marlboro-Ende bewegt sich Philip Morris in Einklang mit dem Wunsch Großbritanniens, bis 2030 rauchfrei zu werden. Wie der Wochenspiegel berichtete, hat sich der Anteil an Rauchern im Land in den vergangenen 35 Jahren bereits halbiert. 2019 habe er nur noch bei 15 Prozent gelegen. Das sei durch konsequente Raucher-Gesetze erreicht worden:

  • 1965 Verbot von Fernsehwerbung für Zigaretten
  • 2003 Verbot von Printwerbung
  • 2005 Verbot von Sportsponsorings
  • 2007 Rauchverbot auf öffentlichen Plätzen und am Arbeitsplatz
  • 2016 Zigaretten dürfen nur noch in Einheitspackungen verkauft werden

Jetzt will Großbritannien Jugendliche noch gezielter über die Gesundheitsgefahren des Rauchens aufklären*, außerdem sollen mit Abgaben auf Tabakprodukte Hilfen zur Rauchentwöhnung finanziert werden. Gleichzeitig unterstützt Großbritannien laut Wochenspiegel wissenschaftliche Studien zur Sicherheit von E-Zigaretten beim Rauchstopp. Diese gelten bei weitem nicht jedem als ungefährlich. So warnt die Weltgesundheitsorganisation vor E-Zigaretten, weil sie noch nicht genug erforscht seien.

Das Ende von Marlboro auch in anderen Ländern?

Da der Vorstandsvorsitzende von Philip Morris International explizit nur Großbritannien erwähnt hat, ist im Moment nicht davon auszugehen, dass Marlboro auch in anderen Ländern so schnell verschwinden wird.

In Deutschland stimmte der Bundestag übrigens erst im Juni 2021 für eine Erhöhung der Tabaksteuer, die Steuern für E-Zigaretten und Tabakerhitzer werden mit dem Gesetz ebenfalls angehoben. (seg) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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