Lidl gibt bereits ab dem 22. Juni die Mehrwertsteuersenkung an seine Kunden weiter. Andere Einzelhändler wie Rewe, Aldi oder Edeka erst ab dem 1. Juli.
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Lidl gibt bereits ab dem 22. Juni die Mehrwertsteuersenkung an seine Kunden weiter. Andere Einzelhändler wie Rewe, Aldi oder Edeka erst ab dem 1. Juli.

Ob sich Kunden wirklich freuen?

"Kunden beim Einkauf entlasten" - Lidl senkt ab jetzt die Mehrwertsteuer - aber nicht bei allen Produkte

  • vonAnika Hinz
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Beim Discounter Lidl gibt es schon jetzt niedrigere Preise - ab sofort profitieren die Kunden von der Senkung der Mehrwertsteuer. Mit einem kleinen Haken.

  • Ab dem 1. Juli 2020 gilt in Deutschland eine Senkung der Mehrwertsteuer.
  • Lidl bietet seinen Kunden bereits ab dem 22. Juni günstigere Preise.
  • Einen Haken gibt es an dem Angebot des Discounters aber.

Neckarsulm - Eigentlich soll die Mehrwertsteuer bundesweit erst ab dem 1. Juli gesenkt werden. Der Discounter Lidl bietet aber schon ab der kommenden Woche günstigere Preise an. Ganz außer Konkurrenz, berichtet RUHR24.de*.

Unternehmen

Lidl

Hauptstandort

Neckarsulm

Gründer 

Josef Schwarz

Gründung

1930

Mehrwertsteuer sinkt: Lidl bietet bereits früher günstige Preise

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, wie sich die Senkung der Mehrwertsteuer auf den Einzelhandel in Deutschland auswirken* könnte. Demnach würden die Preise nicht nur sinken, sondern auch glatter werden. Krumme Beträge wären damit Geschichte. Genauso wie kleine Centbeträge. 

Für den Einzelhandel hätte dies den Vorteil, dass sie sich den Transport von Cent-Münzen schenken können. Kunden hätten weniger Ballast im Portemonnaie. Wobei letztere wegen der Coronavirus-Hygienemaßnahmen nun ohnehin deutlich häufiger mit der EC-Karte anstatt Bargeld zahlen.

Lidl: Discounter schenkt Kunden die Mehrwertsteuersenkung vor dem 1. Juli

Wie die Preise bei Rewe, Aldi, Edeka und Co. letztendlich aussehen werden, bleibt abzuwarten. Der Einzelhandel gibt die Mehrwertsteuer* nach Gesetz-Vorlage der Bundesregierung erst ab dem 1. Juli 2020 an den Kunden weiter.

Doch nicht bei Lidl. Der Discounter ist schneller als seine Konkurrenz und startet bereits ab dem 22. Juni mit seiner Preis-Senkung. "Ab sofort Mehrwertsteuer gesenkt auf alles!" heißt es im aktuellen Prospekt für die kommende Woche. Die Ersparnis gilt für alle Kunden in allen Filialen. Das ließ Konkurrent Aldi nicht lange auf sich sitzen - und senkte seine Preise zusätzlich zu Mehrwertsteuersenkung noch weiter

Lidl: Senkung der Mehrwertsteuer für Kundenbindung

"Uns ist es wichtig, dass alle so schnell wie möglich auch beim täglichen Lebensmitteleinkauf entlastet werden. Mit den vorgezogenen Preissenkungen wollen wir uns bei unseren Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen in den letzten Monaten bedanken", erklärt Matthias Oppitz, Geschäftsleitungsvorsitzender von Lidl Deutschland.

Lidl: Senkung der Mehrwertsteuer betrifft nicht alle Produkte

Jedoch nicht für alle Produkte: Wie Lidl am Donnerstag (18. Juni) in Neckarsulm mitteilte, greife die Senkung der Mehrwertsteuer hauptsächlich bei Lebensmitteln. Die Preissenkung ist für Kunden direkt am Preisschild an den Regalen zu sehen. An der Kasse gibt es keinen pauschalen Rabatt. Auch bei den Produkten im Onlineshop hat Lidl die Mehrwertsteuer gesenkt.

Lidl senkt ab dem 22. Juni die Mehrwertsteuer und ist damit seinen Konkurrenten um über eine Woche preislich voraus.

Reguläre Preise verlangt der Discounter, der jetzt auch eine Lidl-App anbietet*, weiterhin bei Tabakwaren, Zeitschriften, Säuglingsanfangsnahrung, Büchern, Pfand, Getränken aus Heißgetränkeautomaten sowie für Telefon- und Geschenkkarten sowie Vermittlungsgeschäfte wie lidl-blumen.de, lidl-fotos.de oder lidl-reisen.de*.

Senkung der Mehrwertsteuer: Coronavirus ist Grund für neues Gesetz

Neben Lidl wollen ab dem 1. Juli viele weitere Einzelhändler nachziehen und die Mehrwertsteuersenkung an ihre Kunden weitergeben. Darunter Supermärkte wie Rewe, Aldi oder Edeka

Die Senkung der Mehrwertsteuer von aktuell 19 auf 16 Prozent beziehungsweise 7 auf 5 Prozent* gilt bis zum 31. Dezember 2020. Sie ist Bestandteil des von der Bundesregierung geschnürten Coronavirus-Konjunkturpakets, das uns hierzulande vor einer Wirtschaftskrise schützen soll. Eine verminderte Mehrwertsteuer - so die Theorie - soll den Verkauf und die Nachfrage ankurbeln.

Damit würde wieder Geld in den Handel fließen und gleichzeitig die Produktion von Lebensmitteln, Autos, Möbeln oder Elektrogeräten steigen. Ob das auch in der Praxis so laufen wird, werden die kommenden Monate zeigen.

Mehrwertsteuersenkung: Wo Verbraucher jetzt sparen - und wo nicht

Senkung der Mehrwertsteuer: Kritik für Vorhaben der Bundesregierung

Schon jetzt hagelt es ordentlich Kritik für die Senkung der Mehrwertsteuer. Profitieren würden von den Prozenten hauptsächlich Besserverdiener, denn wirklich sparen kann man nur bei Luxusgütern wie teuren Autos oder Elektrogeräten.

Im Einzelhandel hingegen bleibt die große Ersparnis wohl aus. Kauft man beispielsweise eine Flasche Saft für 99 Cent, würde man gerade mal zwei Cent sparen. Selbst ein Großeinkauf bei Lidl, Rewe, Edeka & Co. macht kaum einen Unterschied. Bei Edeka gibt es bald eine Innovation bei den Einkaufswagen. Dabei soll das Einkaufen noch ein Stück weit einfacher und stressfreier werden.

Senkung der Mehrwertsteuer: Kaum Vorteile für Benachteiligte der Corona-Krise

Für Menschen, die wegen der Corona-Krise ordentlich Geld oder gar ihren Job verloren haben, dürfte die Senkung der Mehrwertsteuer wohl kaum einen Vorteil* bringen. 

Viel mehr stellen die Pläne der Bundesregierung einen Gewinn für Unternehmen und Besserverdiener dar. Und auch wenn die niedrigeren Preise im Supermarkt ganz nett sind - viel mehr als eine gut gemeinte Geste sind sie dann doch nicht.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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