Was gehört in welchen Müll?

Gehören Pizzakartons wirklich in die Papiertonne? Diese Fehler beim Mülltrennen macht fast jeder

  • vonSarah Winter
    schließen

Beim Mülltrennen passieren viele Fehler. Bestes Beispiel: Pizzakartons landen oft im Altpapier. So trennen Sie ihren Müll richtig und vermeiden ein Bußgeld.

  • Mülltrennung ist wichtig für Umwelt und Klima.
  • Trotzdem gibt es viel zu viele Irrtümer beim Trennen von Müll.
  • Vor allem Pizzakartons und Kassenzettel werden andauernd in die falsche Mülltonne geworfen.

Offenbach – Worauf man genau bei der Mülltrennung achten sollte, ist gar nicht so einfach. Zumindest denken das viele. Im Grunde ist es eigentlich ganz simpel. Es gibt sieben Kategorien, nach denen man seinen Müll sortieren kann:

  • Biomüll
  • Restmüll
  • Altpapier
  • Verpackungsmüll
  • Altglas
  • Sperrmüll
  • Elektroschrott

Doch in welche Tonne gehört welcher Müll? Viele Verpackungen in Deutschland laden nach wie vor im Restmüll statt im gelben Sack. Nach Angaben des Umweltbundesamts sind das fast 40 Prozent. Dadurch landen sie in den Müllverbrennungsanlagen und nicht im Recycling, wo wichtige Ressourcen aus Verpackungen gewonnen und für neue verwendet werden. Die falsche Trennung des Mülls schadet somit unserer Umwelt und dem Klima. Auch ihrem Geldbeutel kann dies zur Last fallen. Trennen Sie Ihren Müll falsch, kann die Müllabfuhr verweigern, diesen mitzunehmen.

Trennen Sie Ihren Müll richtig? Die größten Irrtümer bei der Mülltrennung

Laut einer Studie des Umweltbundesamts für Siedlungsrestabfälle in Deutschland hat sich der Restmüll in Deutschland seit 35 Jahren fast halbiert. Demnach werden heutzutage viel mehr Wertstoffe wie Glas, Papier und Plastik getrennt. Dennoch gibt es einige Irrtümer, die schädlich für uns und unsere Umwelt sein können. In welchen Müll schmeißt man nun also alte Zeitschriften, Verpackungen von Lebensmitteln oder Backpapier?

Mülltrennung: Was gehört wirklich in die Altpapier-Tonne?

Angefangen bei den Pizzakartons hin zu alten Kassenzetteln. Viele Menschen werfen diesen Müll in ihre Altpapier-Tonne. Diese trägt zur Umweltschonung bei, weshalb man auch hier besonders auf die Trennung des Mülls achten sollte. In Pizzakartons befinden sich häufig Essensreste. Dadurch können die Kartons nicht recycelt werden und gehören somit in den Restmüll und nicht zum Altpapier. Dasselbe gilt für Kassenzettel, da die meisten auf Thermopapier gedruckt werden. Dieses ist mit gesundheitsschädlichem Bisphenol A (BPA) beschichtet und gehört somit ebenso in den Restmüll. Nur vereinzelte Supermärkte, vor allem aus dem Bio-Segment, achten auf umweltfreundliches Papier. Teilweise findet man auf Kassenzetteln einen kleinen Hinweis auf der Rückseite, wenn er aus Papier mit dem Siegel „Blauer Engel“ besteht.

Definitiv nicht zum Altpapier gehört außerdem Müll wie Aufkleber, beschmutzte Brottüten, Fotos, Verpackungen von Lebensmitteln, Servietten sowie beschichtetes Papier. Dazu zählt auch Backpapier. Aufgrund der Beschichtung kann sich dieses nämlich nicht in Wasser lösen. Somit gehört auch Backpapier in den Restmüll.

In die Altpapier-Tonne sollte man also nur den Müll werfen, der wieder recycelt werden kann. Dazu zählen auch: Briefe, Zeitungen und Zeitschriften, Reißwolfschnipsel, Kataloge sowie Papiertüten und Eierkartons. Auch bei letzteren sollte man darauf achten, dass sich keine Reste im Karton befinden.

BiomüllVerpackungsmüllAltglasAltpapier Restmüll
Obst- und Gemüseabfälle (auch Zitrusfrüchte, Bananen- und Nussschalen)Kunststoff wie Folien, Becher und StyroporGlasflaschen Pappen und KartonagenHygieneartikel (z. B. Taschentücher, Damenbinden, Wattebäusche)
Rohe und gekochte Speise- und LebensmittelresteMaterialmix (z. B. Alu + Papier) wie Getränkekartons und MilchtütenKonservengläserZeitungen, Illustrierte, Kataloge Babywindeln
Kaffee- und Teesatz, Filtertüten, EierschalenMetall wie Konserven- und Getränkedosen Bücher und Hefte Staub, Asche, Kehricht
Grünschnitt und LaubGeschäumte Kunststoffe, z. B. Obst- und Gemüseverpackungen Zigarettenkippen
Küchentücher, Spül- und Putzlappen
Staubsaugerbeutel
Trinkgläser, Porzellan, Keramik, alle Scherben (auch Spiegel)

Mülltrennung: Das sind die größten Irrtümer bei Plastik und Glas

Nicht nur beim Altpapier treten solche Irrtümer beim Mülltrennen auf. Hätten Sie gewusst, dass man Joghurtbecher nicht stapel soll, bevor man sie wegwirft, oder dass man Elektroschrott nicht einfach im Hausmüll entsorgen sollte?

Darf ein Pizzakarton in den Papiermüll? Die häufigsten Irrtümer bei der Müllentsorgung.

Gerade bei Verpackungen von Lebensmitteln, wie zum Beispiel bei Joghurt- und Quarkbechern, ist es wichtig darauf zu achten, den Deckel zu entfernen und die Behälter nicht zu stapeln. Das Umweltbundesamt erklärt, dass die Wertstoffe die Sortieranlagen einzeln durchlaufen müssen. Es gibt zwar eine automatisierte Trennung der verschiedenen Materialien, allerdings werden miteinander verbundene Materialkombinationen nicht beachtet.

Des Weiteren sollte man beim Mülltrennen darauf achten, dass nicht jedes Glas in den Altglas-Container kann. Dieser ist nur gedacht für Lebensmittel- und Getränkeverpackungen sowie Arzneimittel- und Kosmetikbehälter. Zerbrochene Gläser, kaputte Spiegel- und Fensterscheiben gehören auch in den Restmüll. Ansonsten kann es passieren, dass das Altglas beim Schmelzen verunreinigt wird.

Plakat der Duale Systeme, welche bundesweite Informationskampagne „Mülltrennung wirkt“ starten

Mülltrennung: Was gehört in den Restmüll? Von Zahnbürsten bis Zigaretten

Und nur falls es noch Unklarheiten geben sollte: In den Restmüll kommt bei der Mülltrennung alles, was man in den restlichen Tonnen nicht entsorgen konnte. Darunter zählen unter anderem nicht verwertbare Artikel wie Windeln oder Staubsaugerbeutel, kleine Kunststoffprodukte wie alte Zahnbürsten oder Kugelschreiber, medizinische Abfälle sowie Zigarettenstummel. Elektroschrott sollte nicht im Hausmüll entsorgt werden, sondern immer zu einem Wertstoffhof gebracht werden. Wichtig: Wenn Sie den Müll falsch trennen, kann für Ersttäter ein Bußgeld in Höhe von 10 bis 100 Euro fällig werden. Wiederholungstäter können mit bis zu 5.000 Euro zur Kasse gebeten werden. (Von Sarah Winter)

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare