Testsieger sind günstig

Olivenöl: Stiftung Warentest deckt miese Qualität hinter „native extra“ auf

  • VonLena Zschirpe
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Olivenöl gilt als gesund und wertvoll. Bei Stiftung Warentest wurden nun 27 Öle untersucht. Die Ergebnisse überraschen.

Dortmund – Wer im Supermarkt regelmäßig Olivenöl einkauft, wird wahrscheinlich feststellen: Die Auswahl und die Preispanne sind groß. Zwischen 4,50 Euro und 52 Euro pro Liter kann ein Olivenöl kosten, berichtet RUHR24*. Aber was bieten die Öle mit besonders hohen Preisen? Stiftung Warentest hat 27 Sorten unter die Lupe genommen.

VerbraucherorganisationStiftung Warentest
Gründung4. Dezember 1964, Berlin
HauptsitzBerlin

Olivenöl bei Stiftung Warentest: Günstige Produkte unter Testsiegern

Olivenöl ist in so ziemlich jedem Segment zu finden: Sowohl beim Discounter als auch im Feinkostbereich gibt es das olivfarbene Öl zu kaufen. Laut Etikett zählen sie alle zur höchsten Güteklasse „nativ extra“. Sind damit sämtliche Olivenöle auf dem deutschen Markt auch hochwertig?

Nein. Denn die Tester von Stiftung Warentest haben große Unterschiede beim Olivenöl festgestellt und „gute, mittel­mäßige sowie schad­stoff­belastete und geschmack­lich wenig über­zeugende Produkte gefunden“, wie es im Testbericht heißt. Dabei bestimmt der Preis nicht immer über die Qualität. Bei den besten Olivenölen im Test sind auch günstige ab 5,35 Euro pro Liter dabei.

Ranziges Olivenöl bei Stiftung Warentest: Das bedeutet „nativ extra“

Stiftung Warentest hat beim Olivenöl mehrere Eigenschaften untersucht. Darunter die sensorische Qualität (Geruch und Geschmack), die chemische Qualität, mögliche Schadstoffe, die Deklaration der Produkte und die Nutzungsfreundlichkeit der Verpackungen.

Für die höchste Güteklasse „nativ extra“ legt die Olivenölverordnung der EU drei positive Eigenschaften fest: fruchtig, bitter und scharf darf ein Olivenöl demnach schmecken. Stiftung Warentest hat die 27 Sorten ebenfalls auf diese Eigenschaften untersucht. Die beiden Testsieger haben diese Kriterien erfüllt und sind intensiv fruchtig, deutlich bitter und scharf.

Allerdings wiesen rund 15 Öle im Test deutliche Mängel auf. Sie haben metallisch oder essigartig geschmeckt. Das ist in der Klasse „nativ extra“ eigentlich nicht erlaubt und damit ein eindeutiger Fehler. Ein Olivenöl im Test habe sogar ranzig geschmeckt (mehr Testberichte bei RUHR24* lesen).

Verlierer bei Stiftung Warentest überraschen – Bio-Produkte dabei

Bei der Deklaration hat Stiftung Warentest beispielsweise Lagerungshinweise, Werbeaussagen und Nährwertkennzeichnungen überprüft. Außerdem ist die Leserlichkeit und Übersichtlichkeit dieser Angaben in die Bewertung geflossen. Beim aktuellen Test waren neun Öle dabei, die nur ein Herkunftsland angegeben haben – auch das haben die Tester überprüft. Allerdings war kein Olivenöl dabei auffällig.

Insgesamt, so Stiftung Warentest, sei die Qualität der Olivenöle in den vergangenen Jahren besser geworden. Gegenüber 15 guten Urteilen stehen diesmal nur zwei mangelhafte. Beim Test 2020 waren nur neun Öle gut und ebenfalls zwei mangelhafte.

Überraschend: Unter den Verlierern ist diesmal ausgerechnet eine beliebte Bio-Marke sowie teure Feinkostprodukte. Und zwar:

  • Rapunzel Nuñez de Prado Blume des Öls Natives Olivenöl extra (Bio)
    Gesamtnote: ausreichend (4,0), Preis: 29 Euro pro Liter
  • Oil & Vinegar Nocellara Olivenöl Natives Olivenöl extra
    Gesamtnote: mangelhaft (4,8), Preis: 52 Euro pro Liter
  • Alnatura Natives Olivenöl extra (Bio)
    Gesamtnote: mangelhaft (5,0), Preis: 7 Euro pro Liter

Oliven und Olivenöl in der Küche: Das macht es so gesund

Olivenöl wird oft in der Kosmetik und in der Küche als gesund und „Allheilmittel“ angepriesen. Das liegt vor allem daran, dass das Öl zu zwei Dritteln aus Ölsäure besteht. Diese ungesättigten Fettsäuren können beim Menschen das Cholesterin im Blut senken. Grundsätzlich ist Olivenöl vielseitig einsetzbar, etwa zum Erhitzen, Braten oder Frittieren. Butter sollte man hingegen nicht zum Braten verwenden*.

Ähnlich gesund wie Olivenöl ist das Ausgangsprodukt: die Olive. Doch hier sollten Verbraucher beim Einkaufen genau hinsehen. Eine Sorte Oliven ist besonders häufig mit Schadstoffen belastet*. Diese sind potenziell krebserregend. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Lukas Schulze/dpa

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