Schwerbehinderte können früher in Rente

Rente mit 63? Mit den Tipps von Stiftung Warentest klappt es

  • vonLucas Maier
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Rente schon mit 63? Viele Deutsche gehen früher in Rente. Stiftung Warentest verrät wie und wer in Frührente gehen kann.

  • Stiftung Warentest*: So klappt der Einstieg in die Rente mit 63 
  • Menschen mit einer schweren Behinderung können laut Stiftung Warentest bereits vor dem Alter von 63 in die Rente eintreten
  • Die Versicherungsjahre spielen bei allen, die früher in Rente gehen wollen, eine erhebliche Rolle

Kassel - Gesetzlich ist in Deutschland ein Einstieg in die Rente zwischen 65 und 67 Jahren vorgesehen. Viele der Versicherten gehen in Deutschland laut Stiftung Warentest allerdings schon früher in Rente.

Für viele endet die Berufstätigkeit im Alter von 63 Jahren. Früher in Rente gehen bedeutet oft, weniger Rente zu bekommen. Doch es gibt Ausnahmen.

Rente mit 63: Laut Stiftung Warentest ist ein Antrag erforderlich

Früher in Rente gehen - davon träumen viele. Stiftung Warentest hat nun Tipps, für wen die Rente ab 63 ohne Abschläge möglich ist. Ausschlaggebend ist beim Renten-Einstieg nicht nur das Alter. Vor allem zählen die Beitragsjahre in der Rentenversicherung

Um in Früh-Rente gehen zu können, muss allerdings erst ein Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung gestellt werden. Stiftung Warentest hat zusammengefasst, ab wann ein solcher Sinn macht.

Rente mit 63: Stiftung Warentest erklärt - Abschlagsfrei für viele nicht mehr möglich

Laut Stiftung Warentest ist eine abschlagsfreie Rente ab 45 Versicherungsjahren möglich. Dann gilt man als besonders langjährig versichert. Je nach Geburtsjahr können Versicherte im Alter zwischen 63 und 65 dann ohne Abschläge in Rente gehen.

Wirklich im Alter von 63 Jahren in Rente gehen konnten hier tatsächlich nur Personen, die vor 1953 geboren wurden. Auch wenn keine Abschläge von den besonders langjährig Versicherten gefordert werden, bekommen sie aufgrund der weniger gesammelten Renten-Punkte eine geringere Rente als wenn sie bis zum Regelalter weitergearbeitet hätten.

Allerdings handelt es sich hierbei laut Stiftung Warentest im Regelfall um marginal höhere Auszahlungsbeträge.

Rente mit 63: Stiftung Warentest verrät -  Diese Jahre zählen in die für die frühere Rente nötige Versicherungszeit

Die Mindestversicherungszeit, um den Status besonders langjährig versichert zu erlangen, beträgt laut Stiftung Warentest 45 Jahre. Für eine abschlagsfreie Rente ab frühstens 63 sind diese notwendig. Diese Zeiten zählen in die 45 Jahre:

  • Pflichtbeiträge aus sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen
  • Pflichtbeiträge aus selbstständiger Beschäftigung
  • Arbeitslosengeld (ALG) I
  • Betriebliche Ausbildung
  • Kindererziehungszeit
  • Pflege von Angehörigen
  • Krankengeld
  • Berufliche Weiterbildung
  • Kurzarbeitergeld
  • Wehr- und Zivildienst
  • Insolvenzgeld
  • Freiwillige Rentenbeiträge zählen, wenn bereits 18 Jahre Pflichtbeträge vorhanden sind 

Nicht in die Zeit zählen:

  • Arbeitslosengeld (ALG) II
  • Zeiten während eines Versorgungsausgleichs
  • Rentensplitting

Rente: So verschiebt sich laut Stiftung Warentest das Renten-Alter von der 63 weg

Wie Stiftung Warentest berichtete, verschiebt sich das Renten-Eintrittsalter immer um zwei Monate je Geburtsjahr. Menschen, die vor 1953 geboren wurden, konnten mit den entsprechenden Versicherungsjahren mit 63 Jahren in Rente gehen.

Besonders langjährig Versicherte, die im Jahr 1958 geboren wurden, können im Alter von 64 Jahren in Rente gehen. Für Personen mit mindestens 45 Versicherungsjahren, die nach dem Jahr 1964 geboren wurden, gilt ein Renten-Eintrittsalter von 65 Jahren.

Rente mit 63: Das kostet laut Stiftung Warentest der frühere Eintritt in die Rente  

Im Alter von 63 Jahren kann man auch in Rente gehen, bevor man 45 Versicherungsjahre voll hat. Laut Stiftung Warentest reichen für den Ausstieg als langjähriger Versicherter 35 Versicherungsjahre. Den Versicherten fehlen bei einem früheren Renten-Einstieg nicht nur Entgeltpunkte, sondern es müssen auch Abschläge von der Rente bezahlt werden.

Die Rente eines langjährig Versicherten verringert sich pro Monat, den dieser eher in Rente geht, um 0,3 Prozent. Pro Jahr, das eher in Rente verbracht wird, verringert sich die monatliche Auszahlung also um 3,6 Prozent. 

Rente mit 63: Mit diesen Abschlägen müssen Frührentner laut Stiftung Warentest rechnen

Stiftung Warentest (Stiftung Warentest untersucht Digitalkameras: Gute Kameras haben ihren Preis*) gibt zu bedenken, dass sich mit jeder Erhöhung des gesetzlichen Renten-Alters auch die Früh-Rente verteuert. Denn die Zeit, für die ein Abschlag gezahlt werden muss, verlängert sich dadurch ja auch.

Die Abschläge bleiben ein ganzes Laben lang auf demselben Niveau, sie verringern sich nicht, wie viele annehmen.

Das kostet die Rente mit 63 für Versicherte, die 35 Beitragsjahre voll haben (Geburtsjahr, Abschlag): 

  • 1951: 8,7%
  • 1952: 9,0%
  • 1953: 9,3%
  • 1954: 9,6%
  • 1955: 9,9%
  • 1956: 10,2%
  • 1957: 10,5%
  • 1958: 10,8%
  • 1959: 11,4%
  • 1960: 12,0%
  • 1961: 12,6%
  • 1962: 13,2%
  • 1963: 13,8%
  • 1964: 14,4%

Stiftung Warentest: Rente für Menschen mit Behinderung

Wie Stiftung Warentest berichtet, können Menschen mit einer schweren Behinderung bereits vor dem Alter von 63 Jahren in Rente gehen. Voraussetzung sind auch 35 Jahre Beitragszahlung.

Für Menschen mit einer Behinderung über 50 Prozent ist das Renten-Eintrittsalter mittlerweile auf 65 Jahre gestiegen. Menschen, die vor 1958 geboren wurden, können noch im Alter von 63 und wenigen Monaten in Rente gehen.

Stiftung Warentest: Rente für Menschen mit Behinderung auch vor 63 Jahren 

Aber für Menschen mit Schwerbehinderung ist es auch möglich, bereits vor dem Alter von 63 Jahren in Rente zu gehen. Hier fallen laut Stiftung Warentest aber ebenso Abschlagszahlungen an.

Pro Monat, den der Versicherte eher in Rente geht, betragen diese 0,3 Prozent.

Stiftung Warentest testet zu zahlreichen Verbraucherthemen

Die Stiftung Warentest untersucht in erster Linie Produkte. Passend zum Start der Grill-Saison nahm Stiftung Warentest Elektro-Grill-Geräte* unter die Lupe.

Auch Apps sind vor den Tests der Stiftung Warentest* nicht sicher. Zuletzt wurden Car-Sharing Apps untersucht.

Diese Frage stellen sich viele: Haare waschen, aber mit welchem Produkt? Stiftung Warentest versucht in einem Test* Licht ins Dunkel zu bringen.

Die Sicherheit der Kinder hat bei vielen Vorrang, die gilt auch für das Mitfahren im Auto. Stiftung Warentest hat die hierfür notwendigen Sitze* untersucht. 

Die Stiftung Warentest untersuchte auch rezeptfreie Medizin auf ihre Eignung für Kinder*. Getestet wurden unter anderem Ibuprofen, Paracetamol und Nasivin.  Einige Medikamente könnten für Kinder gefährlich sein.

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Von Lucas Maier 

Rubriklistenbild: © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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