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Spirale, Pille und Co. im Test: Experten empfehlen nur die Hälfte der Verhütungsmittel - Ergebnis schockiert

  • Svenja Wallocha
    vonSvenja Wallocha
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Stiftung Warentest hat verschiedene Verhütungsmittel geprüft. Die Pille ist schon länger umstritten. Experten empfehlen nur die Hälfte der getesteten Mittel.

Kassel - Millionen Frauen weltweit nutzen Verhütungsmittel. Vor allem die Anti-Baby-Pille ist bei vielen beliebt und neben dem Kondom die meistgenutzte Variante. Die Einnahme ist einfach und unkompliziert und der Schutz hoch.

Doch auch insgesamt zeige sich „eine eher kritische Einstellung zu hormonellen Verhütungsmethoden“. Fast jede zweite Befragte stimmte der Aussage zu, dass Verhütung mit Hormonen „negative Auswirkungen auf Körper und Seele“ habe.

Hormonell verhüten? Pille, Ring und Co. haben für viele keine gute Reputation mehr

VerhütungsmittelTest-Bewertung
Anti-Baby-PilleNur bestimmte Präparate geeignet
Spiralegeeignet
Verhütungsring und PflasterWenig geeignet
DreimonatspritzeNicht als Standardmittel
ImplantatWenig geeignet
(Quelle: Stiftung Warentest)

Viele nutzten statt der Pille Kondome, aber auch Spiralen werden immer häufiger eingesetzt. Die Stiftung Warentest* hat sich diese und auch andere Verhütungsmittel etwas genauer angeschaut. Viele erzielten keine guten Ergebnisse.

Spirale, Pille und Verhütungsring im Test: Die Hälfte der Mittel sind ungeeignet

Bewertet wurden von den Experten der Stiftung Warentest 141 Mittel zur Empfängnisverhütung, darunter über 100 Anti-Baby-Pillen. Aber auch Spiralen, Vaginalringe, Spritzen, Implantat und Pflaster wurden unter die Lupe genommen. Das Ergebnis bereitet Sorgen. „Nicht einmal die Hälfte der Mittel ist geeignet“, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung. Und das wegen ihrer Verträglichkeit.

Was bei dem Test auffällt: Pille ist nicht gleich Pille. Bei den Präparaten gibt es enorme Unterschiede, vor allem in puncto Thromboserisiko. Welche Pille zu wem passt, hängt von vielen Faktoren ab. Frauen sollten Vor- und Nachteile des Verhütungsmittels immer mit einem Arzt absprechen. Die Stiftung rät jedoch zu Pillen mit möglichst niedrigem Östrogengehalt und den Gestagenen Levonorgestel, Norethisteron oder Norgestimat.

Verhütungsmittel im Test: Die Anti-Baby-Pille gehört zu den am meisten genutzten Verhütungsmitteln. Doch ist sie auch gut geeignet? (Symbolbild)

„Bei ihnen ist das Risiko für eine Thrombose geringer, als bei solchen mit anderen Gestagenen“, heißt es in dem Bericht. Die Test-Bewertung „geeignet“ erhielten unter anderem die Maexeni 30 mite, Evaluna 30/125, Leanova AL, Levina Stada 20 oder 28 Mini. Letztere müsse jedoch besonders diszipliniert eingenommen werden, damit sie wirkt.

Stiftung Warentest untersucht Verhütungsmittel: Experten sehen hohes Thromboserisiko

Verhütungsringe und Pflaster sind laut den Arzneimittelexperten von Stiftung Warentest wenig geeignet. Auch hier ist der Hauptgrund das Thromboserisiko. So gebe es Hinweise darauf, dass diese Mittel ein höheres Risiko haben als Pillen mit geringem oder sehr geringem Östrogengehalt. Zudem könnten Pflaster Hautrötungen auslösen und Ringe Scheidenentzündungen.

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Auch das Implantat überzeugte die Experten nicht als Standardmittel. Es ist ein hormonhaltiges Stäbchen, das in den Oberarm implantiert wird und dort kontinuierlich das Gestagen Etonogestrel ins Blut abgibt. Negativ wurde bei diesem Verhütungsmittel bewertet, dass sich das Implantat nicht immer leicht entfernen lässt. Zudem gab es Fälle bei denen das Implantat im Körper wanderte und nur schwer wieder gefunden wird.

Die Dreimonatsspritze empfehlen die Experten nur für Frauen, die kein anderes Mittel vertragen. „Das Mittel verursacht unerwünschte Wirkungen“, so Stiftung Warentest. Es verringere die Knochendichte und nach Absetzen dauere es bei gut der Hälfte der Frauen lange, bis sie schwanger werden können. Bei einigen sogar bis zu zweieinhalb Jahre.

Anti-Baby-Pille und andere Mittel von Stiftung Warentest untersucht: Ergebnis für Spirale

Geeigneter waren dagegen Spiralen als Verhütungsmittel. Es gibt sie mit Hormon oder Kupfer. Das Thrombose-Risiko erhöhen Spiralen nicht. Sie wirken langfristig und werden vor allem Frauen empfohlen, die schon ein Kind geboren haben. Denn auch Spiralen haben Nachteile. Laut Stiftung Warentest bestehe ein Risiko für eine Beckenbodenentzündung, die die Fruchtbarkeit beeinflussen kann. (svw mit dpa)

Nach einer riesigen Rückruf-Welle untersuchte Stiftung Warentest Sesam auf Giftstoffe. In einigen wurde ein extrem hoher Gehalt gefunden. *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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