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Wandern macht Spaß und hält gesund. Doch die meisten Anfänger machen dabei Fehler.

Schuhwerk, Stöcke, Versorgung und Co.

Wandern in Deutschland: Diese Fehler können Anfänger den Spaß kosten

  • vonMirko Schmid
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Wandern ist Volkssport: Knapp 40 Prozent aller Deutschen gehen in ihrer Freizeit zumindest ab und an wandern. Viele Anfänger machen Fehler, die leicht zu vermeiden wären.

  • Ein beträchtlicher Teil der Deutschen geht regelmäßig in der Natur wandern.
  • Wandern gilt vielen als idiotensicher, dabei gibt es einiges zu beachten.
  • Anfängerfehler bei Ausrüstung, Verpflegung oder Routenplanung passieren schnell.

Frankfurt - Beim Wandern machen viele Anfänger Fehler, die das Vergnügen trüben. Das müsste nicht sein, denn es ist ganz leicht, gut vorbereitet durch die Natur zu streifen. Hier erfahren Sie, wie Sie Unwegsamkeiten bestens vorbereitet umschiffen.

1. Fehler beim Wandern: Auf das richtige Schuhwerk verzichten

Das falsche Schuhwerk nimmt vielen Anfängern den Spaß am Wandern. Zum Verhängnis werden sorglos ausgesuchte Schuhe dann, wenn es auf eine längere Wanderung oder ins Gelände geht. Klar, auf einer kurzen Wanderung erfüllen auch Turnschuhe ihren Zweck. Ganz anders verhält es sich mit diesen in rauerer Umgebung. Hier sind perfekt sitzende Wanderschuhe das A und O. Gerade mit seifigen Untergründe, Nässe und Geröll ist nicht zu spaßen.

Inbesondere Anfänger wissen oft nicht, dass jede Umgebung ihr eigenes Schuhwerk erfordert. Schweres Schuhwerk ist beispielsweise des Wanderers Freund im Gletscher, aber auf einer Sommerwanderung eher Ballast. In einem auf Wanderschuhe spezialisierten Schuh- oder Sportgeschäft werden angehende Wanderer fundiert beraten.

2. Fehler beim Wandern: Auf die Wanderstöcke als „Ballast“ verzichten

Wanderstöcke gelten vielen Anfängern als unpraktisch und sperrig. Das führt dazu, dass die Gehhilfen beim Wandern gern daheim gelassen werden. Das ist ein Fehler: Selbst vermeintlich leichte Strecken können mit steilen Anstiegen und unwegsamen Gelände überraschen. Den eigenen Tritt nicht richtig stabilisieren zu können, kann im schlimmsten Fall zu Stürzen und Verletzungen führen, gerade bei Auf- und Abstiegen. Deswegen sollte auf Wanderstöcke nie verzichtet werden, zumal es im Fachhandel genügend leichte Teleskopwanderstöcke gibt, die sich problemlos im Rucksack verstauen lassen.

3. Fehler beim Wandern: Zu wenig und die falsche Verpflegung

Gerade Wander-Anfänger packen die Wegzehrung häufig zu unbedacht in den Rucksack. Ganz wichtig ist hierbei genügend Wasser. Nicht überall gibt es eine Quelle, wenn der Körper nach dem kühlen Nass verlangt. Und noch viel seltener fliegende Wasserhändler. Also sollte für jede geplante Wanderstunde rund ein halber Liter Wasser ins Gepäck. Damit der Rucksack nicht zu schwer wird, sollten außerdem Leckereien eingepackt werden, die möglichst schnell und viel Energie liefern. Hier empfehlen sich Lebensmittel mit einer hohen Menge an Kohlenhydraten wie Brote und Müsliriegel. Frisches Obst ist auch immer eine hervorragende Ergänzung.

4. Fehler beim Wanden: Die falsche Kleidung a.k.a kein „Zwiebel-Look“

Viele Anfänger lassen sich vom Wetter täuschen. Gerade wenn es früh morgens auf die Wander-Strecke geht, greifen viele Jungwanderer instinktiv zur dicken Jacke, die mit ansteigender Temperatur und einem durch die sportliche Betätigung aufgewärmten Körper zur Last wird. Versierte Wanderer setzen deswegen auf den Zwiebel-Look. Mehrere Schichten aus leichter Kleidung sind bestens geeignet, sich flexibel auf jede Tageszeit, Wetterlage und Umgebung einzustellen.

Die wichtigste Regel dabei ist eine wasserabweisende oberste Schicht, damit Wanderer bei jeder Temperatur vor Wind und Regen geschützt sind. Dabei sollte auch darauf geachtet werden, dass die oberste Kleidungsschicht Schweiß- und Luftdurchlässig von innen ist. Wanderfähige Kleidung gibt es im Fachgeschäft – Beratung inklusive. Tipp: Auch Handschuhe und eine Mütze sollten immer im Gepäck sein. Sie wiegen wenig und sind in gewissen Situation unersetzlich.

5. Fehler beim Wandern: Aus Selbstüberschätzung eine zu schwere Route auswählen

Viele Anfänger nehmen das Wandern anfangs auf die leichte Schulter. Wandern ist aber in der Regel kein lockerer Spaziergang, sondern eine sportliche Herausforderung. Wird die Strecke zu schwer, weil die körperliche Ausdauer fehlt und die im Vorfeld spektakulär aussehende Route sich als zu schwierig herausstellt, dann geht der Spaß schnell verloren. Häufig werden vor allem Strecken unterschätzt, die bergab führen. Wenn es nach unten geht, müssen die Oberschenkel beständig gegensteuern, was auf Dauer zu einer echten körperlichen Belastung führt.

Gerade am Anfang sollten Wanderer im Vorfeld der Wanderung die Route genau planen. Anfangs nicht zu lang und ambitioniert, sondern sich besser Wanderung für Wanderung steigern, heißt hier das Motto. Auch Konditionstraining im Vorfeld einer Wanderung ist für die benötigte Ausdauer von oft unterschätztem Wert. Ganz wichtig ist auch, dass die Muskeln vor dem Wandern ausreichend aufgewärmt werden, damit es nicht zu Zerrungen oder Schlimmerem kommt.

6. Fehler beim Wandern: Ohne Reflektoren und Taschenlampen losgehen

Auch in unwegsameren Geländen fahren ab und an Autos. Wenn die Wanderung bereits in den Morgenstunden beginnt oder bis in die Dämmerung und darüber hinaus geht, wird das Sichtfeld enger. Um Unfällen vorzubeugen, sollten Wanderer darauf achten, sich mit Reflektoren an Kleidung und Gepäck zu sichern.

Ebenfalls oft unterschätzt ist die Taschenlampe: Wird es dunkel, sind gefährliche Stolperfallen und Abgründe schwerer frühezitig zu erkennen. Eine Taschen- oder Stirnlampe beugt Verletzungen und Schlimmerem in solchen Situationen zuverlässig vor und sollte immer im Gepäck sein.

7. Fehler beim Wandern: Bergstürze und Co. unterschätzen

Bergstürze, Lawinen, plötzlich einsetzende Extremwettersituationen – gerade Anfänger halten viele Gefahren im Vorfeld für unwahrscheinlich und verunglücken im schlimmsten Fall. Abhilfe schafft eine ausreichende Informationslage. Gespräche im Vorfeld mit erfahrenen Wanderern und Ortsansässigen sind unbezahlbar. Darüber hinaus sollten sich Wanderer zwingend im Vorfeld per Internetrecherche auf den aktuellen Stand bringen, damit beim Wandern alles glatt geht. (Von Mirko Schmid)

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