Wer auf Whatsapp weiter chatten oder andere Funktionen der App nutzen möchte, muss den neuen Nutzungsbestimmungen zustimmen. Es gibt aber auch Auswege.
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Wer auf Whatsapp weiter chatten oder andere Funktionen der App nutzen möchte, muss den neuen Nutzungsbestimmungen zustimmen. Es gibt aber auch Auswege.

Neue Nutzungsbestimmungen

Whatsapp mit Zwangsupdate – das können Sie dagegen tun

  • Sandra Böhm
    vonSandra Böhm
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Wer auf Whatsapp weiter chatten oder andere Funktionen der App nutzen möchte, muss den neuen Nutzungsbestimmungen zustimmen. Es gibt aber auch Auswege.

  • Bis Mitte Mai müssen alle Whatsapp*-Nutzer den neuen Nutzungsbestimmungen zustimmen.
  • Personen, die das nicht tun, können ansonsten die App wahrscheinlich bald nicht mehr benutzen.
  • Whatsapp-News*: Nutzer, die den neuen AGBs nicht zustimmen wollen, haben zwei Möglichkeiten.

Kassel – Auf Whatsapp-Nutzer kommen bald neue Nutzungsbestimmungen zu. Dieses Zwangsupdate der AGBs zieht für die Nutzer einige gravierende Änderungen mit sich – vor allem mit Blick auf den Datenschutz. Das Update war zunächst für Februar geplant, doch dann kam überraschend die Wende, da viele Nutzer sauer waren.

Jetzt müssen Nutzer bis zum 15. Mai 2021 den neuen Nutzungsbedingungen zustimmen, wenn nicht können sie früher oder später die App laut verschiedenen Medienberichten wohl nicht mehr nutzen. Sie werden aber laut Whatsapp wohl nicht sofort gesperrt, wie zuerst vermutet wurde. Ab wann die App bei Nicht-Zustimmung nicht mehr funktioniert, ist zunächst nicht klar.

Whatsapp: Zwangsupdate der Nutzungsbestimmungen hat Folgen für die Nutzer

Kaum jemand liest die AGBs und das Kleingedruckte. Dabei sind die Änderungen datenschutzrechtlich gravierend. Ein Überblick über die Änderungen, wenn man ihnen zustimmt:

  • Whatsapp hat dann Zugriff auf die Telefonnummer, den Profilnamen, das Profilbild und die E-Mail-Adresse. Doch mit der Zustimmung greift Whatsapp auch auf die Telefonnummern aller Kontakte des Nutzers zu.
  • Auch Nutzungs- und Log-Informationen werden gespeichert.
  • Des Weiteren speichert Whatsapp, welche Funktionen man innerhalb der App nutzt, wie zum Beispiel die Video-Telefonie. Hinzu kommen die Daten, wann, wie genau und wie lange der Dienst von den jeweiligen Personen genutzt werden.
  • Der Instant-Messenger interessiert sich auch dafür, welches Smartphone genutzt wird, bei welchem Mobilfunkanbieter man Kunde ist und welche Zeitzone und Sprache auf dem Gerät eingespeichert ist.
  • Hat man dem zugestimmt, merkt sich Whatsapp auch die Standort-Informationen.

All diese Daten speichert Whatsapp nicht nur, der Dienst gibt diese zur Analyse auch andere Unternehmen weiter. Rechtlich abgesichert hat sich Whatsapp laut chip.de mit folgender Passage in den AGBs: „Whatsapp verwendet die ihm zur Verfügung stehenden Informationen und arbeitet auch mit Partnern, Dienstleistern und verbundenen Unternehmen zusammen“.

Whatsapp: Durch die DSGVO können Nutzer den neuen Bestimmungen widersprechen

Seit Inkrafttreten der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Jahr 2018 können alle Nutzer jedoch der Verarbeitung ihrer Daten widersprechen. Dazu muss ein Antrag gestellt werden. Der Haken dabei ist, dass bestimmte Bedingungen dafür gegeben sein müssen.

Zum einen muss der Antragsteller in einem Land leben, in dem die neue DSGVO-Regelung gilt. Deutsche und europäische Nutzer müssen sich dahingehend also keine Sorgen machen, denn die Regelung gilt in allen Ländern des Europäischen Wirtschaftsraumes sowie deren Hoheitsgebiete im Ausland.

NameWhatsapp
Entwickler\tWhatsapp Inc./Facebook Inc.
Erscheinungsjahr2009
Kategorie Instant Messaging

Eine weitere Bedingung ist, wie Whatsapp in seinem FAQ schreibt, eine rechtliche Grundlage für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten. Dazu zählen „legitime Interessen von Whatsapp oder eines Drittanbieters oder Aufgaben, die im öffentlichen Interesse durchgeführt werden.“

Whatsapp: Widerspruch gegen die Datenverarbeitung ist möglich

Einer Verarbeitung der Daten für gezielte Direkt-Werbung kann hingegen ohne eine rechtliche Grundlage direkt widersprochen werden.

Nutzer, die diesen Voraussetzungen entsprechen, können der Verarbeitung ihrer Daten widersprechen. Das geht ganz einfach mit einer E-Mail an objection.eu@support.whatsapp.com. Darin müssen folgende Informationen stehen:

  • der Vor- und Nachname des Nutzers,
  • die E-Mail-Adresse und die Telefonnummer, mit der Whatsapp genutzt wird,
  • das Land, in dem man lebt,
  • die Datenverarbeitungs-Aktivität(en), gegen die der Nutzer widersprechen möchte und
  • eine Erläuterung, welche Auswirkungen die Datenverarbeitung auf die betroffene Person hat und welche Rechte und Freiheiten nach Auffassung des Betroffenen dadurch beeinträchtigt werden.

Whatsapp: Es gibt auch Alternativen zu dem Messenger-Dienst

Nutzer, die diesen Weg über die Widerspruchs-E-Mail nicht gehen möchten, haben natürlich auch noch eine andere Möglichkeit: Sie können Whatsapp den Rücken zukehren und einen Messenger der Konkurrenz benutzen. Das können zum Beispiel folgende Apps sein:

  • Telegram
  • Threema
  • Signal
  • Kik

Whatsapp und Facebook: Neue Nutzungsbedingungen verknüpfen beide Unternehmen

Ursprünglich hatte Whatsapp seine Nutzer aufgefordert, den neuen AGBs und überarbeiteten Datenschutzrichtlinien bis spätestens zum 8. Februar 2021 zuzustimmen. Jedoch hat Whatsapp diesen Termin auf den 15. Mai 2021 verschoben*, nachdem viele Nutzer mutmaßlich zur Konkurrenz gegangen waren.

Seit 2014 gehört Whatsapp zu Facebook. Mit den neuen Nutzungsbedingungen sollen laut Praxistipps.chips.de Facebook und Whatsapp noch enger aneinander geknüpft werden.

Derweil führt Whatsapp eine neue Funktion ein*, über die sich besonders Video-Liebhaber freuen können. (Sandra Böhm) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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