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Versäumnisse rächen sich jetzt

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Auf unsere Handwerksbetriebe können wir uns verlassen. Auch in Zeiten, in denen der Handwerker „schuftet, bis ihm der Schaum vor dem Mund steht und er am Abend todmüde ins Bett fällt“, wie es Vizepräsident

Auf unsere Handwerksbetriebe können wir uns verlassen. Auch in Zeiten, in denen der Handwerker „schuftet, bis ihm der Schaum vor dem Mund steht und er am Abend todmüde ins Bett fällt“, wie es Vizepräsident Honikel ausdrückte, lassen uns Elektriker, Klempner oder Heizungsinstallateure nicht im Stich, wenn wir in Not sind: Stromausfall, Wasserrohrbruch oder Verstopfungen werden in aller Regel prompt beseitigt. Doch für größere Renovierungen, Neubauten sowieso, braucht es einen wochen- oder gar monatelangen Vorlauf. Das ist allerdings kein Grund zum Wehklagen. Denn jeder Verbraucher sollte mündiger Bürger genug sein, um seine Maßnahmen ein viertel oder ein halbes Jahr im Voraus planen zu können.

Dass die Auftragsbücher der Handwerker überquellen, liegt vor allem am aktuellen Bau-Boom in der Rhein-Main-Region. Es liegt aber auch an fehlendem Personal. Den Firmen mangelt es an Azubis, Gesellen und Meistern. Der Markt ist leer gefegt. Doch an diesem Zustand tragen die Handwerksbetriebe ein gerüttelt Maß an Mitschuld. Denn sie haben in der Vergangenheit ihre Hausaufgaben nicht gemacht und es versäumt, auch in konjunkturell schwächeren Zeiten ausreichend Lehrlinge auszubilden und im Betrieb zu halten. Nun ist das Geschrei groß. Jetzt werden diese Fachkräfte gebraucht, sind aber nicht verfügbar. Und bis die jungen Eigengewächse ausgelernt haben, vergehen Jahre.

Das Handwerk sollte also nicht nur auf die Schulen, die Bundes- und Landespolitik zeigen, wenn es darum geht, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Ein Einwanderungsgesetz könnte helfen, doch an erster Stelle steht die Eigenverantwortung der Branche.

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