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Hauptsitz bald in Brüssel?

Brexit und die Folgen

Vodafone droht mit Wegzug aus Großbritannien

Der britische Mobilfunk-Riese Vodafone erwägt nach dem Brexit-Votum die Verlegung seines Hauptsitzes weg aus Großbritannien. Es sei wichtig, weiterhin von der Freizügigkeit von Bürgern,

Der britische Mobilfunk-Riese Vodafone erwägt nach dem Brexit-Votum die Verlegung seines Hauptsitzes weg aus Großbritannien. Es sei wichtig, weiterhin von der Freizügigkeit von Bürgern, Kapital und Gütern zu profitieren, schrieb das Unternehmen einem BBC-Bericht zufolge an mehrere Medien. Noch sei es zu früh, über den langfristigen Standort des Hauptsitzes zu entscheiden, aber es werde entschieden, „was auch immer zweckmäßig“ sei.

Vodafone beschäftigt rund 13 000 Menschen in Großbritannien und hat Sitze in London und Newbury. Der Konzern kündigte an, seine Beziehungen zu Brüssel zu verstärken, und seine Gewinne künftig in Euro statt in Pfund auszuweisen.

Das Brexit-Votum dämpft schon jetzt die Kauflaune der Briten: Insgesamt 37 Prozent der Befragten gaben in einer Erhebung des Marktforschungsinstituts Retail Economics an, Pläne für größere Anschaffungen nun zurückzustellen. Dies betreffe etwa den Kauf von Fernsehgeräten, Möbeln oder Urlaubsreisen. Ferien im Ausland sind für die Briten durch den massiven Wertverlust des Pfunds schon deutlich teurer geworden.

Drei Fünftel der Befragten hegen laut Umfrage Sorgen vor einem negativen Effekt des Brexits auf ihre persönliche Vermögenslage. 58 Prozent wollen nun erst einmal auf nicht notwendige Anschaffungen verzichten. Am meisten betroffen seien vermutlich die Elektronikbranche und Baumärkte, erklärte der Direktor des Marktforschungsinstituts.

Die Umfrage dokumentiere „Sorgen um die Zukunft der Wirtschaft, um die persönliche Finanzlage und vor steigenden Lebenshaltungskosten“. Direktor Lim zeigte sich beunruhigt hinsichtlich der Auswirkungen auf die Gesamtkonjunktur. Die Erholung der britischen Wirtschaft sei vor allem von der Binnennachfrage getragen worden. Es sei nicht klar, welche konjunkturellen Impulse den sich abzeichnenden Nachfrage-Rückgang nun ausgleichen könnten.

Die Folgen dieses Wertverlustes des britischen Pfunds bekommen die Inselbewohner bereits jetzt zu spüren: Wer beispielsweise Urlaub im Ausland plant und sein Budget nicht verändern will, hat weniger Geld in der Tasche. Zudem rechnen Experten damit, dass auch die Lebensmittelpreise anziehen. Die Preise für frische Waren würden „definitiv“ anziehen, weil sie meist aus der EU bezogen würden, erklärten Analysten. Butter und Käse der Supermarktkette Tesco werde etwa zur Hälfte aus Milch von EU-Märkten produziert.

(dpa,afp)

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