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Das Ende naht: Bald endet der Support für Windows Phones.

Microsoft empfiehlt Wechsel

Das Ende eines Betriebssystems: Nutzer von Windows-Phones sollten dieses Datum kennen

Es war als große Konkurrenz zu Android und iOS geplant: Doch das Smartphone-Betriebssystem von Microsoft konnte sich nie durchsetzen. Der 10. Dezember ist für die Nutzer von Windows-Phones ein wichtiges Datum.

  • Support für Windows 10 Mobile endet am 10. Dezember
  • Smartphones wie die Lumia-Serie von Nokia sind betroffen
  • Geräte funktionieren weiterhin - aber nicht alle Dienste laufen
  • Android und iOS könnten neue Konkurrenz bekommen

Das Betriebssystem „Windows Phone“ wurde 2010 eingeführt und war eine konsequente Weiterentwicklung von „Windows Mobile“, das Anfang der 2000er Jahre unter anderem auf Pocket PCs zum Einsatz kam. 2011 starteten Microsoft und Nokia eine Allianz, die später beiden Unternehmen zum Verhängnis werden sollte: Zum einen dem finnischen Handyhersteller Nokia, der Windows Phone als bevorzugtes System auf seinen Smartphones einführte, zum anderem dem Microsoft-Konzern, der es nicht schaffte, den beiden Platzhirschen Google und Apple wirklich ernsthaft Konkurrenz zu machen. Lag der Anteil von Windows Phone 2014 noch bei 2,14 Prozent, war er 2016 schon auf 0,4 Prozent gefallen. 

Windows Phones konnten sich nie durchsetzen 

Nachdem Windows Phone 7 und 8 sich so am Markt nicht durchgesetzt hatten, startete man 2015 mit „Windows 10 Mobile“ einen letzten Versuch: Das Betriebssystem für die neueste – und auch vorerst letzte – Nokia-Lumia-Serie hatte dabei technisch einiges zu bieten. So konnte das Handy per HDMI-Kabel an einem Bildschirm angeschlossen werden, um so die gewohnte Windows-Umgebung auf dem Desktop anzuzeigen. Die Kachel-Optik, die auch in Windows 8 und 10 auf dem PC noch umgesetzt wurde, hatte durchaus ihre Fans. Allerdings kamen die Innovationen bereits zu spät – viele App-Entwickler hatten Windows Phones links liegen lassen, entwickelten vor allem für Android und iOS

Innovation auf dem Digitalmarkt: Mit den neuesten Lumia-Smartphones konnten User wie auf dem PC arbeiten.

Die Konsequenz des Microsoft-Konzerns: Der Rückzug aus dem Smartphone-Geschäft - zumindest vorerst. Seit 2018 wurde Windows 10 Mobile nicht mehr weiterentwickelt. Das endgültige Aus steht nun am 10. Dezember 2019 bevor, wie 24vest.de* berichtet: Dann endet auch der offizielle Support für Windows 10 Mobile. Das bedeutet: Sicherheitslücken werden dann nicht mehr geschlossen, Fehler im System (sogenannte Bugs) nicht mehr behoben. Und nicht nur das: Am 10. März 2020 endet auch die Möglichkeit, Backups zur Gerätesicherung zu erstellen und zu sichern. Ebenfalls werden nach und nach einige Dienste (zum Beispiel für Foto-Uploads) abgeschaltet. Auch WhatsApp wird ab dem 1. Januar 2020 nicht mehr funktionieren.

Das müssen Nutzer von Windows Phones jetzt wissen 

Grundsätzlich gilt folgendes: Auch nach dem 10. Dezember 2019 werden Windows-Phones wie die Nokia-Lumia-Serie technisch funktionieren. Auch der App-Store soll weiter verfügbar sein. Allerdings ist davon auszugehen, dass viele interne Dienste nach und nach abgeschaltet werden. Microsoft schreibt: „Kunden, die ihr Windows 10 Mobile-Gerät nach dem 10. Dezember 2019 weiterhin verwenden möchten, sollten manuell ein Backup erstellen. Wählen Sie dazu vor dem Ablaufdatum Einstellungen → Update und Sicherheit → Sicherung → Weitere Optionen, und tippen Sie dann auf Jetzt sichern.“ Weitere Fragen werden in einer FAQ-Sammlung beantwortet.

Die Zentrale von Microsoft.

Der Software-Konzern hat auch eine klare Empfehlung für die Nutzer von Windows-Smartphones: „Nach Ablauf des Supports für das Betriebssystem Windows 10 Mobile empfehlen wir, dass Kunden zu einem unterstützten Android- oder iOS-Gerät wechseln.“ Das dürften übrigens nicht mehr allzu viele sein: 2019 hatte das Betriebssystem einen verschwindend geringen Marktanteil von 0,04 Prozent. Immerhin waren das noch doppelt so viele Nutzer wie bei Blackberry 10

Nach Windows Phone: Dies könnte das neue dritte Betriebssystem werden 

Ganz aufgeben wird Microsoft den Smartphone-Markt zwar nicht: Im Oktober präsentierte der Konzern ein neues Surface Duo Phone mit zwei Displays - allerdings auch mit Android als Betriebssystem. 

So sieht das neue Microsoft Smartphone aus. Besonderheit: es läuft mit Android.

Der aufstrebende Mitspieler im Bereich der Betriebssysteme nennt sich„KaiOS“ und setzt ähnlich wie Android auf einem Linux-System auf und basiert auf Firefox OS. Die Besonderheit: Das System wurde speziell für sogenannteFeature-Phones entwickelt. Dazu gehören zum Beispiel das Nokia 8110 4G, das Nokia 110 oder das Cat B35. Diese auch als „Dumb Phones“ (englisch: Dumme Telefone) bezeichneten Handys haben eines gemeinsam: Sie sind klassische Tastenhandys, die über einen eigenen KaiOS-Store aber auch die Nutzung von WhatsApp, Facebook und anderen Apps möglich machen.

Statistik: Marktanteile der führenden mobilen Betriebssysteme an der Internetnutzung mit Mobiltelefonen weltweit von September 2009 bis September 2019 | Statista
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Die Handys richteten sich anfangs vor allem an Nutzer in Entwicklungsländern, denn sie bieten einen günstigen Anschluss ans Internet, haben überwiegend lange Akkulaufzeiten und sind ohne Anmeldung sofort nutzbar. Die Möglichkeiten, die sich dahinter verbergen, hat ein Konzern offenbar schon erkannt: 2018 investierte Google rund 19 Millionen Dollar in KaiOS, wodurch sich der Suchmaschinenriese eine Einbindung seiner Apps sicherte (z.B. Google Assistant, Google Maps, YouTube). So hat es KaiOS mittlerweile auf 0,54 Prozent Marktanteil gebracht – während Android es im September auf rund 76,2 Prozent brachte und Apple auf knapp 22,5 Prozent. 

* 24vest.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Tobias Ertmer

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