Gebäudereinigung gehört zu den Kerngeschäftsfeldern von Wisag.
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Gebäudereinigung gehört zu den Kerngeschäftsfeldern von Wisag.

Wisag bietet 100 Jobs für Flüchtlinge

  • VonJanina Raschdorf
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Der Frankfurter Gebäude-Dienstleister Wisag Facility Service blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Der Familienbetrieb wächst weiter und baut Personal auf. Migranten haben bei Wisag gute Arbeitsperspektiven.

Eine Erfolgsgeschichte, die exemplarisch für die gute alte Zeit steht: 1965 macht sich BWL-Student Claus Wisser selbstständig, bietet – mit nichts als Schrubber und Schreibmaschine ausgestattet – Frankfurter Unternehmen seine Arbeitskraft als Gebäudereiniger feil. Bald steigt die Nachfrage, er muss neue Mitarbeiter einstellen. Heute – 51 Jahre später – umfasst sein Unternehmen bundesweit Zehntausende Angestellte, macht Hunderte Millionen Euro Umsatz, ist die deutsche Nummer drei unter den Facility-Service-Unternehmen, die Dienstleistungen rund um Gebäude und Immobilien anbieten. Marktführer sind Bilfinger und Strabag.

„Wir sind ein nachhaltiges Unternehmen, nicht nur im ökologischen Sinne, auch hinsichtlich der Unternehmensführung“, betonte Geschäftsführer Ralf Hempel auf der gestrigen Pressekonferenz. Längst offeriert der Frankfurter Familienbetrieb neben der Gebäudereinigung auch Dienstleistungen in den Bereichen Sicherheit, Gebäudetechnik und Catering sowie Garten- und Landschaftspflege. Im vergangenen Geschäftsjahr entwickelte sich der Umsatz der Wisag-Gruppe erneut positiv: Die Erlöse kletterten um sieben Prozent auf rund 912 Millionen Euro. „Das diesjährige Umsatzplus geht auf alle Sparten zurück“, versichert Hempel. In der Gebäudetechnik gelang mit 13,3 Prozent die größte Steigerung.

Dass sich Wisag vermehrt kleineren Unternehmen zugewendet hat, zahlt sich inzwischen aus. Ein großer Teil des Wachstums resultiere aus Geschäftsverbindungen mit Mittelstandskunden, sagte Hempel. Außerdem haben mehrere Übernahmen und Zukäufe zum Wachstum beigetragen. So übernahm der Immobilienspezialist Aufträge und Mitarbeiter der Gesellschaft für Medizintechnik und Logistikmanagement und habe damit sein Portfolio für das Gesundheitswesen erweitert. Mit der Übernahme der „Neuen Raumpflege Köln“ und ihrer rund 400 Mitarbeiter verstärkte Wisag seine Reinigungssparte und zum Jahreswechsel erwarb sie die ESU control GmbH, ein Fachbetrieb in Video-Sicherheit.

Mehr Mitarbeiter

„Kompetente Mitarbeiter zu finden, ist über alle Qualifizierungsstufen hinweg eine Herausforderung“, sagte Hempel. Ausbildung habe daher einen hohen Stellenwert. 2015 nahm das Unternehmen 287 Azubis unter seine Fittiche. Die Mitarbeiterzahl in der gesamten Wisag-Gruppe kletterte um fast 500 auf 29 411.

Gute Arbeitschancen bescheinigt Hempel den Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind. Mit Maga Traore hat Wisag bereits einen jungen Mann aus der Elfenbeinküste für den Sicherheitsbereich eingestellt. In den nächsten Jahren sollen einhundert Arbeitsplätze für Flüchtlinge geschaffen werden, unterstrich der Wisag-Chef.

Das Unternehmen könnte auch in anderer Hinsicht von der Zuwanderung profitieren: Der Konzern sei geradewegs prädestiniert dafür, seine Service-Angebote – Catering, Reinigung und Sicherheit – auch in Asylunterkünften einzubringen. Doch: „Wir verzichten darauf“, stellt Hempel entschieden fest. Finanziell zahle sich das auf kurze Sicht aus – „keine Frage“. Gleichzeitig aber müsste Wisag auf die Schnelle viele neue Kräfte einstellen. „Und das Risiko, dass wir dabei die falschen Leute akquirieren, ist groß“, so Hempel.

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