Neues Gesetz geplant

Zusätzliche Anreize für Carsharing

Carsharing soll für Autofahrer in deutschen Städten attraktiver werden – mit Gratis-Parken und reservierten Stellflächen in begehrten Lagen.

Carsharing soll für Autofahrer in deutschen Städten attraktiver werden – mit Gratis-Parken und reservierten Stellflächen in begehrten Lagen. Solche Anreize sollen künftig die Länder setzen können, wie ein am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossener Entwurf vorsieht. Die Vorteile sollen für Fahrzeuge mit festen Stationen möglich sein, aber auch für Wagen, die an beliebigen Stellen einer Stadt abgeholt und abgestellt werden können. Ein Ziel ist auch, den in vielen Wohnvierteln knappen Parkraum effektiver zu nutzen. Verkehrsminister Alexander Dobrindt sagte: „Carsharing ist sehr beliebt und hat großes Wachstumspotenzial.“ Daher solle noch mehr Dynamik ermöglicht werden.

Beim Carsharing nutzen Menschen Autos gemeinsam. Zu Jahresbeginn waren nach Branchenangaben bundesweit mehr als 1,2 Millionen Kunden registriert, die sich gut 16 000 Fahrzeuge von 150 Anbietern teilten.

Die Branche begrüßte das Gesetz, das zum 1. September 2017 in Kraft treten soll. Den größten Schub erwartet der Bundesverband Carsharing, wenn Anbieter feste Stationen am Straßenrand einrichten können. Bisher stünden diese Wagen zu mehr als 90 Prozent auf Privatflächen, in Hinterhöfen und Tiefgaragen. Bei der Vergabe solcher Sonderflächen soll darauf geachtet werden, ob es eine Vernetzung mit Bussen und Bahnen gibt.

Vorgesehen sind zudem eine Kennzeichnung von Carsharing-Fahrzeugen und ein neues Verkehrsschild für Carsharing-Parkplätze. Ob und wie die Länder von der künftigen Rechtsgrundlage Gebrauch machen, entscheiden sie selbst. Wissenschaftliche Untersuchungen gelangen zum Ergebnis, dass vier bis acht private Pkw durch ein Carsharing-Pkw ersetzt werden. Nach Branchenangaben macht ein Carsharing-Fahrzeug in citynahen Wohnquartieren zwischen sieben und 19 Parkplätzen frei. (dpa)

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